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Roller und Scheller Drucken E-Mail

Roller und Scheller sind, wie bei fast jedem Oberländer Fasnachtsumzug, zentrale Figuren. Der Roller mit seiner glatten jugendlichen Maske und dem farbenfrohen monstranzartigen Kopfputz trägt ein besticktes weißes Leinenhemd mit einem roten Ordensband, eine schwarze lederne Kniehose, weiße Stutzen und Schnallenschuh. Seine charakteristischen Attribute sind der breite Gürtel mit dem "Gröll" und der Wedel, den er elegant schwingt. Der Hinterkopf wird von einem Schleier verdeckt. Der Roller bildet mit dem Scheller ein Maskenpaar.


Der Scheller ist dem Roller in vieler Hinsicht ähnlich. Auch er trägt den mitraförmigen Kopfputz. Seine Larve zeigt aber männliche Züge, die durch einen ernsten Gesichtsausdruck und einen großen, seitlich weit abstehenden Schnurrbart angedeutet werden. An seinem Gürtel hängen vorn und hinten große geschmiedete Kuhschellen. In der rechten Hand hält er einen Stab, an dessen Spitze eine Breze befestigt ist. Hinterkopf, Schulter und Rücken werden von einem farbigen Umhang bedeckt. Während der Roller zierlich, den "Pemsl" schwingend, vor dem Scheller hertänzelt, sind die Tanzschritte des Schellers bedächtig-gravitätisch. Den Hauptabschnitt dieses Tanzes nennt man "Gangl". Die Bewegungen beider Figuren sind dabei aufeinander genau abgestimmt. Die Glöckchen und Schellen müssen im richtigen Takt zum Erklingen gebracht werden.


Neben dem Scheller- und Rollerpaar tritt im Umzug ein Paar auf, dessen parodistische Funktion unübersehrbar ist: Laggeroller und Laggescheller. Sie bewegen sich in trippelnden Schritten, ihre Glocken sind aus Holz und geben nur einen schwachen klappernden Ton von sich. Der Roller zeigt jetzt männliche Züge, der Scheller ist eine unfreundlich dreinblickende alte Frau, die bei diesem Paar offensichtlich das Sagen hat. Hier treffen wir die für die Fasnacht typisch verkehrte Welt.


In der Zeit von 1970 bis 1987 gab es in Tarrenz die Scheller und Roller noch nicht. Die Hauptfiguren waren damals die Alpler. Das waren einfach gekleidete Hirten und Sennerinnen, mit denen man den Bezug zu früher weit verbreiteten Almwirtschaft herstellte. 1987, als man eine Neugestaltung der Tarrenzer Fasnacht vornahm, schuf Franz Neururer die neuen Roller- und Schellerfiguren. Er nimmt dazu Stellung:

Roller und Scheller sind Hauptakteure. Die Hexe war immer eine Nebenfigur. Durch den Begriff Hexendorf schaut es so aus, als hätte in Tarrenz die Hexe das Übergewicht. Natürlich ist Fasnacht alles zusammen, und man braucht keine einzelne Figur überzubewerten. Das ist doch bei der Musik auch so. Es geht um das Wechselspiel der Instrumente und nicht um ein einzelnes. So gehört zur Musik eine Strukturierung und nicht die Bewertung eines Soloinstrumentes, wie bei den Fasnachtsfiguren auch. Alle zusammen ergeben den Umzug.


Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 11. Februar 2009 um 10:48 Uhr